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Dokument: Pfarrer Alois Eckert an das Bischöfliche Ordinariat in Limburg a. d. Lahn

Pfarrer Alois Eckert begründet die Ablehnung der Beflaggung seiner Kirche zum nationalsozialistischen „Gedenktag der Bewegung/Ehrung der Blutzeugen“ am 9. November 1935.

 

Katholisches Pfarramt Frankfurt/Main, den 11. November 35


St. Bernhard Koselstraße 15.

 

 

 

 

 

….

2. Ich bitte das Hochwürdigste Bischöfliche Ordinariat noch einmal um Stellungnahme zu meiner Eingabe betr. Beflaggung der Kirchen. Bedeutet der Ausdruck „Im Anschluss an unsere Verfügung“ (…) im letzten Amtsblatt Nr. 225 „Unter Aufhebung unserer Verfügung“ oder was sonst?

3. Am 9. November habe ich meine Kirche nicht beflaggt, einmal weil ich die Bekanntmachung des Reichsministers des Innern vom 24. Oktober für eine unannehmbare Äusserung klaren Staatskirchentums halte, und zweitens, weil der besondere Anlass der Beflaggungsanordnung zum 9. November ein mit der christlichen und kirchlichen Morallehre unvereinbarer Revolutionsakt gegen eine rechtmässige Regierung war. Billigt meine Behörde mein Verhalten oder missbilligt sie es? Mein Verhalten bedeutet natürlich ein gerichtliches Verfahren gegen mich und wahrscheinlich eine mehrwöchentliche seelsorgliche Behinderung. Auch aus diesem Grunde bitte ich um endliche Anstellung meines 3. Kaplans, damit ich ihn noch einigermassen in seine Arbeit einführen kann.

….

gez. Eckert, Pfarrer

 

 

An das

Hochwürdigste Bischöfliche Ordinariat

Limburg/Lahn

 

(Vollständiges Original im Diözesanarchiv Limburg, 561/22, Bl. 92 und 92a)

 

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Pfarrer Alois Eckert begründet die Ablehnung der Beflaggung seiner Kirche zum nationalsozialistischen „Gedenktag der Bewegung/Ehrung der Blutzeugen“ am 9. November 1935.



Autor/in: Lutz Becht
erstellt am 11.11.1935
 

Verwandte Personen

Eckert, Alois

Verwandte Begriffe

Blutzeuge


Gedenktag der Bewegung



 
 
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