Gedenktafel am Poelzig-Bau zur Rolle der IG-Farbenindustrie im NS-System

Gedenktafel am ehemaligen IG Farben-Gebäude (Poelzig-Bau)

Gedenktafel für die Rolle der IG-Farbenindustrie im NS-System am Poelzig-Bau, Norbert-Wollheim-Platz 1.

 

Ort

Norbert-Wollheim-Platz 1, rechts (deutsch) links (englisch) des Hauptportals

 

Enthüllungsdatum

26. Oktober 2001

 

Ausführung

Bronzetafel, 350 x 150 cm, Gestaltung: Günter Maniewski

 

 

Text der Tafel

Niemand kann aus der Geschichte seines Volkes austreten. Man soll

und darf die Vergangenheit nicht auf sich beruhen lassen, weil

sie sonst auferstehen und zu neuer Gegenwart werden könnte.

Jean Améry, 1975

 

Dieses Gebäude wurde nach den Plänen des Architekten Hans Poelzig in den Jahren 1928 bis 1931 für die Hauptverwaltung der IG Farbenindustrie AG errichtet. Als einer der damals grössten Chemiekonzerne der Welt stellte diese Gesellschaft ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und Produktionstechniken zwischen 1933 und 1945 zunehmend in den Dienst des nationalsozialistischen Terrorregimes, der Kriegsvorbereitung und Kriegsführung. 1942 bis 1945 unterhielt die IG Farben zusammen mit der SS das Konzentrationslager Buna-Monowitz neben ihren Werken in Auschwitz.

Von den Zehntausenden KZ-Häftlingen, die für den Konzern dort arbeiten mussten, wurden die meisten ermordet.

Mit dem Gas Zyklon B, das eine mit der IG Farben verbundene Gesellschaft vertrieb, wurden in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern viele Hunderttausende von Menschen, vor allem Juden, umgebracht.

Ab 1945 war das Gebäude Sitz der amerikanischen Militärregierung und des Hohen Kommissars für Deutschland. Am 19. September 1945 wurde hier die Gründung des Landes Gross-Hessen proklamiert. Von 1952 bis 1995 befand sich in dem Haus das Hauptquartier des V. Corps der US Army.

Im Bewusstsein der Geschichte des Hauses hat es das Land Hessen 1996 für die Johann Wolfgang Goethe-Universität erworben. Künftig dient es der Lehre und Forschung.

 

Gedenktafel für die Rolle der IG-Farbenindustrie im NS-System am Poelzig-Bau, Grüneburgplatz 1.


erstellt am 01.01.2014
 

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