Zwangsarbeit bei der Firma Voigt & Haeffner AG

Die Firma Voigt & Haeffner AG wurde bereits bei dem Nachangriff am 3. September 1941 beschädigt.

„Die neue Kantine“ (1941) Hier dürften die Fremd- und Zwangsarbeiter dieses Betriebes kaum ihre kargen Mahlzeiten zu sich genommen haben. Das Bild dokumentiert recht anschaulich die allgegenwärtige Propaganda und Militarisierung der Arbeit.

Kurze Vorstellung des Unternehmens und der Unterbringung von Fremd- und Zwangsarbeitern.

 

Das Frankfurter Traditionsunternehmen für elektrische Schaltanlagen und Schaltgeräte geht auf das Jahr 1885 zurück und ist eng mit der Entwicklung der Starkstromtechnik verbunden. Das Hauptwerk an der Hanauer Landstraße wurde bei insgesamt sieben Luftangriffen zu 80 Prozent beschädigt.
Das Werk beschäftigte mehrere hundert Fremd- und Zwangsarbeiter, die auf dem Werksgelände, benachbarten Grundstücken, in Fechenheim und im Röderbergweg untergebracht waren

 

Nachgewiesen ist die Beschäftigung folgender Fremd- bzw. Zwangsarbeiter:
21.9.1942: 205 Russinnen (48 Männer), 70 Balten, 5 Ukrainer, 15 Weißrussen (1 Frau), 3 Polen, 3 Slowaken (1 Frau), 4 Ungarn (2 Frauen), 50 Kroatinnen (10 Männer), 1 Serbe, 41 Franzosen (19 Frauen), 7 Flamen (3 Frauen), 43 Italiener (6 Frauen), 1 Spanier, 61 „Sonstige“ (24 Männer).

 

1943: 195 Russinnen (= O, 22 Männer), 111 Litauerinnen (12 Männer), 5 Ukrainer (G), 5 Polinnen (G), 2 Serben, 25 Kroatinnen (7 Männer), 1 Ungar, 1 Slowake, 167 Französinnen (80 Männer), 1 Wallonin, 15 Flamen (4 Frauen), 27 Holländer, 39 Italiener (3 Frauen), 3 Spanier, 45 „Andere“ (= G, 5 Frauen).

 

Die französischen Zivilarbeiter verschiedener Firmen wurden durch die Zentralküche der Rheinischen Kaufhalle AG, Zeil 54-58, verpflegt. Am 4. August 1943 wies die Hauptstelle Arbeitseinsatz der Gauwaltung DAF die Kreiswaltung auf die schlechte Verpflegung durch die Zentralküche der Rheinischen Kaufhalle hin. Das Essen sei durch den Transport „sauer“ geworden. „... gerade aus Kreisen der (französischen) Arbeiter der Fa. Voigt & Haeffner (wurden) Klagen über eine schlechte Verpflegung in der ‚Rheinischen Kaufhalle‘ bei der französischen Gauverbindungsstelle vorgebracht.“ Am 10. August 1943 begutachteten ein Vertreter der Firma Voigt & Haeffner, der wohl gleichfalls betroffenen Firma Piepmeyer & Oppenhorst, der DAF und der französischen Gauverbindungsstelle je ein Mittag und Abendessen: „Beide Essen waren ... ungenießbar und wurden ... weggeschüttet. Das beigefügte Deutsche Beafsteak habe ich dem Mitarbeiter des Hauses, Pg. Dornbusch, übergeben.“

 

 

 

Kurze Vorstellung des Unternehmens und der Unterbringung von Fremd- und Zwangsarbeitern.



Autor/in: Lutz Becht
erstellt am 24.09.2003
 

Verwandte Begriffe

DAF


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