Tabellarische Übersicht der Firmen, Institutionen und Behörden, die Zwangs- und Fremdarbeiter beschäftigt haben

In mehr als dreihundert Frankfurter Betrieben und Lagern waren Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt bzw. untergebracht. Alle in der Tabelle aufgeführten Firmen und Unterkünfte sind durch Quellen nachgewiesen.
Die Quellenlage über den Einsatz von Fremd- und Zwangsarbeitern in Frankfurt am Main ist zwar dürftig aber nicht hoffnungslos. Immerhin konnte anhand der vorhandenen Quellen die nachstehende Tabelle der Frankfurter Firmen, Institutionen und Behörden erstellt werden, die Ausländer in ihren Betrieben eingesetzt haben. Damit ist ein guter Überblick über das Ausmaß des Arbeitseinsatzes von Ausländern gegeben.

 

Als Quellen dienten:

Die Aufstellungen der Deutschen Arbeitsfront(DAF), die im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (483/705 und 483/7328) zu finden sind. Alle Nationalitätenangaben in der Tabelle folgen dieser Quelle und wurden bewusst beibehalten, um die rassistischen Implikationen, die auch den Arbeitseinsatz von Ausländern mit bestimmt haben, aufzuzeigen. In den Listen der Deutschen Arbeitsfront sind für das Jahr 1943 die Nationalitätenangaben an einigen Stellen für Russen, Ukrainer und Polen mit Buchstaben gekennzeichnet, die in die Tabelle übernommen wurden. Hintergrund dieser in den Quellen nicht erläuterten Kennzeichnung ist die im Verlauf des Krieges zunehmend unterschiedliche Behandlung der Ostarbeiter und Polen je nach Herkunft. Der Buchstabe „G“ steht vermutlich vor allem für Polen aus dem „Generalgouvernement“ und dem Bezirk Byalistok, während „S“ für „Schutzangehörigkeit des Reiches “steht. Das „O“ steht allgemein für „Ostarbeiter“. Vor allem bei den Ukrainern kam es auf eine Unterscheidung nach der Herkunft an. Durch die „Anordnung über die arbeitsrechtliche Behandlung von Arbeitskräften nichtdeutscher und nichtpolnischer Volkszugehörigkeit aus dem Reichskommissariat Ostland mit Ausnahme von Weißruthenien (das ist Weißrussland – L. B.), aus dem Bezirk Bialystok und aus dem Generalgouvernement einschl. des Distrikts Galizien“ vom 28. Dezember 1942 hat sich der Rechtsstatus der Ukrainer den deutscher Arbeitnehmer angeglichen, „soweit nicht für ausländische Arbeitskräfte besondere Bestimmungen“ bestanden haben. Unberührt davon blieben die Sonderregelungen für Polen, Juden und „Zigeuner“. Mit der formal verbesserten Rechtsstellung versuchte das NS-Regime die militärische und politische Situation in der ukrainischen Teilrepublik der UdSSR zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Weitere Quellen aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden sind:

Die Übersicht über die nationalsozialistischen Lager in Hessen (HHStA 483),

die Alarmpläne der Frankfurter Polizei für die Ausländerlager (HHStA 407/852, 853),

die Akten des Bauamtes Frankfurt am Main (HHStA 405/10249-3-8) und

 die Akten der Deutschen Arbeitsfront (HHStA 483/773, 3259, 902, 705; 480/6522a)

 

Der Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied Territories 1939-1945 (CCP), veröffentlicht in: Martin Weinmann (Hg.), Das nationalsozialistische Lagersystem (CCP), Frankfurt am Main, 2. Auflage.1990, ist aus den so genannten Ausländersuchaktion entstanden, die 1946 von der United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) der Hilfs- und Wiederaufbauorganisation der Vereinten Nationen, eingeleitet wurde. Ziel dieser – im Wesentlichen ineffizienten – Aktion war es, Aufschluss über den Verbleib der Millionen Verschleppten zu erhalten. Mit dem CCP lässt sich allenfalls ein Überblick über das Ausmaß des Ausländereinsatzes in den von den Deutschen besetzten Gebieten gewinnen. Die einzelnen Angaben sind, soweit das für Frankfurt am Main geprüft werden konnte, fehlerhaft und unvollständig. Allerdings sind die Begleittexte und das Begriffskompendium zu würdigen, die eine unerlässliche Hilfe für den darstellen, der sich mit dem Zwangsarbeitereinsatz beschäftigen möchte.

 

Die wichtigsten Quellen zur Unterbringung von Zwangs- und Fremdarbeitern in Frankfurt am Main auf dem Stadtgebiet sind die so genannten Hausstandsbücher im Institut für Stadtgeschichte (ISG), dem früheren Stadtarchiv. Mehr als 48.000 Einträge sind hier vorhanden, die allerdings gar nichts über die Einsatzbedingungen in den Betrieben sagen und nur manchmal den Betrieb oder das Lager nennen, in dem ein Fremdarbeiter eingesetzt bzw. untergebracht war. Darüber hinaus gibt es nur wenige aussagekräftige amtliche Quellen der Frankfurter Stadtverwaltung im ISG:

Magistratsakten der Stadt Frankfurt am Main, 7047/6 Bd. 1, 7741 Bd. 1, 1008/106.

Akten des Bauamtes, Bestattungswesen Nr. 8 (Garten- und Friedhofsamt)

Adressbücher der Stadt Frankfurt am Main,

Dazu noch einige wenige Personalakten der in städtischen Einrichtungen und Betrieben eingesetzter Ausländer.

 

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In mehr als dreihundert Frankfurter Betrieben und Lagern waren Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt bzw. untergebracht. Alle in der Tabelle aufgeführten Firmen und Unterkünfte sind durch Quellen nachgewiesen.



Autor/in: Lutz Becht
erstellt am 01.01.2003
 

Verwandte Begriffe

Catalogue of Camps and Prisons


CCP


DAF


Displaced Persons


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Zwangsarbeit

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