Canaris, Wilhelm

(1887-1945), Militär, im Ersten Weltkrieg u. a. Teilnahme an der Seeschlacht bei den Falklandinseln, 1918/19 Verbindungsoffizier zur Unterstützung von Bürgerwehren zur Niederschlagung revolutionärer Bewegungen, 1919 Mitglied des Kriegsgerichts, das die Morde an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verhandelte und die Angeklagten größtenteils freisprach, Berufung in die Adjuntatur des sozialdemokratischen Reichswehrministers Gustav Noske, 1920 Unterstützung des Lüttwitz-Kapp-Putsches, als Admiralstabsoffizier in verschiedenen Funktionen der Marineleitung und Kommandant tätig, begrüßte 1933 die Machtübernahme Hitlers, wurde 1935 Chef der Abteilung Abwehr im Reichskriegsministerium; entwickelte Distanz zu den Kriegsvorbereitungen Hitlers, deckte 1938 den Widerstand in der Wehrmacht, warnte 1939 vor einem Krieg; 1941 Protest gegen Erschießung von sowjetischen Kriegsgefangenen, ab 1943 unter Beobachtung des Reichssicherheitshauptamtes, Februar 1944 Amtsenthebung, nach dem 20. Juli Verhaftung; Canaris wurde am 9. April 1945 kurz vor dem Einrücken der Amerikaner im KZ Flossenbürg erschossen.


 

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